Upward Bullying in Organisationen
- Bernhard Metzger
- vor 1 Stunde
- 17 Min. Lesezeit
Wenn Führungskräfte strukturell destabilisiert werden und warum stabile Führungsstrukturen über wirtschaftlichen Erfolg entscheiden
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Warum Upward Bullying ein unterschätztes strukturelles Risiko darstellt
Die Bau- und Immobilienwirtschaft ist durch komplexe Projektstrukturen, zeitlich begrenzte Organisationsformen und vielschichtige Verantwortlichkeiten geprägt. Führungskräfte übernehmen dabei eine zentrale Rolle. Sie steuern Ressourcen, koordinieren die Zusammenarbeit verschiedener Beteiligter und stellen sicher, dass Projekte erfolgreich umgesetzt werden. Gleichzeitig hängt ihre tatsächliche Handlungsfähigkeit nicht allein von ihrer formalen Position ab. Sie sind in hohem Maße darauf angewiesen, dass ihre Teams kooperieren und ihr Wissen aktiv einbringen.
Diese strukturelle Abhängigkeit schafft eine oft unterschätzte Verwundbarkeit. Während Machtmissbrauch durch Führungskräfte intensiv untersucht wurde, bleibt die umgekehrte Situation häufig unbeachtet. Führungskräfte können selbst zum Ziel systematischer Einflussnahme durch Mitarbeitende werden. Diese Einflussnahme erfolgt meist nicht offen über formale Hierarchien, sondern indirekt über Informationskontrolle, operative Abhängigkeiten und gruppendynamische Prozesse.
Besonders kritisch sind Phasen der Veränderung, etwa bei Umstrukturierungen, organisatorischen Transformationen oder der Einführung neuer Führungskräfte. In solchen Situationen ist die formale Autorität zwar definiert, aber noch nicht vollständig in die bestehenden Strukturen integriert. Dadurch entstehen Unsicherheiten, die dazu führen können, dass die Wirksamkeit einer Führungskraft gezielt oder unbeabsichtigt geschwächt wird. Die Folgen betreffen nicht nur die betroffene Person, sondern die Leistungsfähigkeit ganzer Teams, Organisationseinheiten und Projekte.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen können erheblich sein. Wenn Führungsstrukturen destabilisiert werden, verzögern sich Entscheidungen, Ressourcen werden weniger effizient eingesetzt und die organisatorische Unsicherheit nimmt zu. Projekte verlieren an Steuerbarkeit, Risiken steigen und die Leistungsfähigkeit der Organisation wird nachhaltig beeinträchtigt.
Der folgende Beitrag zeigt die strukturellen Ursachen, typischen Muster und strategischen Auswirkungen von Upward Bullying. Zudem wird erläutert, wie Organisationen dieses Risiko frühzeitig erkennen und durch gezielte strukturelle Maßnahmen wirksam reduzieren können.

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Inhaltsverzeichnis
Begriffliche Definition und strukturelle Einordnung von Upward Bullying
Strukturelle Ursachen und organisationale Entstehungsbedingungen
Typische Verhaltensmuster und operative Mechanismen in der Praxis
Auswirkungen auf Projekte, Organisationen und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
Frühindikatoren und Diagnose struktureller Destabilisierung
Strategische Prävention durch Organisationsdesign und Führungsarchitektur
Fazit und strategische Handlungsempfehlungen für die Bau- und Immobilienwirtschaft
1. Begriffliche Definition und strukturelle Einordnung von Upward Bullying
Upward Bullying beschreibt die systematische und wiederholte Schwächung einer Führungskraft durch Mitarbeitende oder Gruppen von Mitarbeitenden. Ziel ist es, die Autorität, Entscheidungsfähigkeit oder Wirksamkeit der Führungskraft im Arbeitsalltag zu untergraben. Im Unterschied zu normalen Konflikten handelt es sich nicht um einzelne Meinungsverschiedenheiten, sondern um ein wiederkehrendes Muster, das die Führungsrolle strukturell destabilisiert.
Aus Sicht der Organisationspsychologie ist Upward Bullying eine besondere Form des Mobbings, bei der die Einflussnahme von unten nach oben erfolgt. Führungskräfte haben zwar formal eine Weisungsbefugnis, sind aber in der Praxis darauf angewiesen, dass ihre Mitarbeitenden kooperieren, Informationen weitergeben und Entscheidungen mittragen. Ihre tatsächliche Wirksamkeit entsteht daher nicht allein durch ihre Position, sondern durch funktionierende Zusammenarbeit und organisationale Einbindung. Genau diese Abhängigkeit kann genutzt werden, um ihre Rolle zu schwächen.
Entscheidend ist dabei die Richtung der Einflussnahme innerhalb der Organisation. Formale Autorität verläuft von oben nach unten. Gleichzeitig verfügen Mitarbeitende über operatives Wissen, Kontrolle über Abläufe und praktische Erfahrung. Ohne diese Grundlagen kann Führung nicht wirksam ausgeübt werden. Dadurch entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit. Wenn diese gezielt oder wiederholt gestört wird, kann die Führungsrolle strukturell destabilisiert werden.
Um Upward Bullying klar zu erkennen, ist es wichtig, typische strukturelle Merkmale zu betrachten. Diese helfen dabei, systematische Destabilisierungsprozesse von normalen organisatorischen Spannungen oder legitimen Konflikten zu unterscheiden.
Zentrale strukturelle Eigenschaften umfassen:
Systematik
Das Verhalten tritt wiederholt und konsistent über einen längeren Zeitraum hinweg auf. Einzelne Konflikte oder abweichende Meinungen stellen kein Upward Bullying dar. Entscheidend ist die Kontinuität struktureller Destabilisierung.
Informelle Einflussmechanismen
Die Einflussnahme erfolgt nicht über formale Weisungsbefugnisse, sondern über operative Kontrolle, Informationszugang und Kooperationsverhalten.
Strukturelle Zielwirkung
Die Wirkung besteht in der Einschränkung der organisatorischen Wirksamkeit der Führungskraft, unabhängig von ihrer formalen Position.
Destabilisierung organisationaler Handlungsfähigkeit
Die Führungskraft verliert zunehmend die Fähigkeit, Entscheidungen wirksam umzusetzen oder ihre organisatorische Rolle auszufüllen.
Upward Bullying ist somit kein individuelles oder zufälliges Verhalten, sondern ein strukturelles Organisationsphänomen mit klar identifizierbaren Mustern und systemischen Ursachen.
Upward Bullying ist eine strukturelle Form organisationaler Destabilisierung, bei der Mitarbeitende die Wirksamkeit einer Führungskraft durch informelle Einflussmechanismen systematisch untergraben. Entscheidend ist die Differenz zwischen formaler Autorität und tatsächlicher organisationaler Wirksamkeit. Dieses Phänomen entsteht nicht primär durch individuelle Konflikte, sondern durch strukturelle Interdependenzen und organisationale Rahmenbedingungen.
2. Strukturelle Ursachen und organisationale Entstehungsbedingungen
Upward Bullying entsteht in der Regel nicht zufällig und liegt nur selten ausschließlich an der Persönlichkeit einzelner Personen. Häufig ist es das Ergebnis struktureller Rahmenbedingungen innerhalb einer Organisation. Besonders kritisch ist eine Situation, in der eine Führungskraft zwar formal eine Führungsrolle hat, aber noch nicht vollständig in die Organisation integriert ist oder ihre Rolle nicht ausreichend durch klare Strukturen und Prozesse unterstützt wird. Entscheidend ist dabei der Unterschied zwischen der formalen Position und der tatsächlichen Einbindung in die Organisation.
In der Bau- und Immobilienwirtschaft tritt diese Situation besonders häufig auf. Projekte sind meist zeitlich begrenzt organisiert, und Führungskräfte übernehmen Verantwortung für Teams und Abläufe, die sie nicht selbst aufgebaut haben. Gleichzeitig verfügen Mitarbeitende oft über wichtiges Erfahrungswissen, etablierte Arbeitsabläufe und informelle Kommunikationswege. Dieses Wissen und diese Strukturen sind für den Projekterfolg entscheidend. Dadurch entsteht eine Abhängigkeit, die die tatsächliche Durchsetzungskraft der Führungskraft einschränken kann, insbesondere in der Anfangsphase einer neuen Führungsrolle.
Ein häufiger Auslöser ist der Wechsel von Führungskräften. Neue Führungskräfte haben zwar offiziell die Verantwortung übernommen, sind aber zunächst noch nicht vollständig in die bestehenden Strukturen eingebunden. Sie verfügen noch nicht über gewachsene Beziehungen, Vertrauen innerhalb des Teams oder detailliertes Wissen über interne Abläufe. In dieser Phase ist ihre Position besonders anfällig. Ihre Wirksamkeit hängt stark davon ab, wie schnell sie sich in die Organisation integrieren und Vertrauen aufbauen können.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Umgang mit Wissen innerhalb der Organisation. In vielen Unternehmen basiert der Arbeitsalltag stark auf Erfahrungswissen einzelner Mitarbeitender. Dieses Wissen ist häufig nicht dokumentiert und daher nicht für alle zugänglich. Dadurch entsteht eine Abhängigkeit von einzelnen Personen. Wenn dieses Wissen nicht weitergegeben oder bewusst zurückgehalten wird, kann dies die Entscheidungsfähigkeit und Handlungsfähigkeit einer Führungskraft deutlich einschränken.
Die strukturellen Risikofaktoren lassen sich systematisch darstellen und differenzieren.
Zunächst ist es hilfreich, die wesentlichen organisatorischen Rahmenbedingungen und ihre Wirkung auf die strukturelle Stabilität von Führungsrollen zu analysieren.
Die folgenden strukturellen Risikofaktoren zeigen typische organisationale Rahmenbedingungen, die die Stabilität von Führungsrollen beeinflussen und die Wahrscheinlichkeit von Upward Bullying erhöhen können.
Strukturfaktor | Organisatorische Ausprägung | Strukturelle Wirkung auf die Führungsstabilität |
Führungswechsel | Neue Führungskräfte übernehmen bestehende Teams und Projekte | Geringe organisationale Integration in frühen Phasen |
Wissensasymmetrie | Kritisches Wissen ist personengebunden und nicht dokumentiert | Abhängigkeit von einzelnen Mitarbeitenden |
Intransparente Entscheidungsprozesse | Entscheidungswege sind nicht klar institutionalisiert | Informelle Einflussnahme wird erleichtert |
Projektbasierte Organisationsstruktur | Temporäre Teams mit wechselnden Verantwortlichkeiten | Geringe strukturelle Stabilität von Autorität |
Schwache Governance-Strukturen | Fehlende Feedback-, Eskalations- und Kontrollmechanismen | Destabilisierende Muster bleiben unbegrenzt |
Tabelle 1: Zentrale organisationale Risikofaktoren und ihre strukturelle Wirkung
Neben diesen strukturellen Faktoren spielen auch Phasen organisatorischer Veränderungen eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise Unternehmensnachfolgen, strategische Neuausrichtungen oder Umstrukturierungen. Solche Veränderungen führen häufig zu Unsicherheit innerhalb der Organisation und verändern bestehende Machtverhältnisse. Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege sind in dieser Zeit oft noch nicht eindeutig geklärt. Diese Unsicherheit kann dazu führen, dass die Position einer Führungskraft geschwächt wird oder ihre Autorität nicht vollständig wirksam ist.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die fehlende strukturelle Absicherung von Führungsrollen. Wenn Entscheidungen stark von einzelnen Personen abhängen und nicht durch klare organisatorische Prozesse und Regeln gestützt werden, wird Führung anfälliger für Einflussnahme. In solchen Situationen hängt die tatsächliche Wirksamkeit einer Führungskraft stark davon ab, ob sie von ihrem Umfeld akzeptiert und unterstützt wird. Dadurch wird ihre Position weniger stabil und leichter angreifbar.
Upward Bullying entsteht primär durch strukturelle organisationale Bedingungen und nicht ausschließlich durch individuelles Fehlverhalten. Besonders kritisch sind Führungswechsel, Wissensasymmetrien, intransparente Entscheidungsprozesse und schwache Governance-Strukturen. Diese Faktoren reduzieren die strukturelle Stabilität von Führungsrollen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit systematischer Destabilisierungsprozesse. Organisationen, die diese strukturellen Risikofaktoren nicht aktiv adressieren, erhöhen ihre eigene organisationale Verwundbarkeit und gefährden langfristig ihre operative Leistungsfähigkeit.
3. Typische Verhaltensmuster und operative Mechanismen in der Praxis
Upward Bullying erfolgt selten durch offene Ablehnung oder direkte Konfrontation mit der Führungskraft. Stattdessen geschieht die Destabilisierung meist indirekt über alltägliche Arbeitsprozesse. Diese Verhaltensweisen sind oft schwer eindeutig zu erkennen, da sie sich schrittweise entwickeln. Mit der Zeit führen sie jedoch dazu, dass die Führungskraft ihre Rolle nicht mehr wirksam ausüben kann.
Ein besonders wichtiger Mechanismus ist die Kontrolle über Informationen. Führungskräfte sind darauf angewiesen, vollständige und aktuelle Informationen zu erhalten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Wenn Informationen jedoch nur teilweise weitergegeben, verzögert oder bewusst zurückgehalten werden, verliert die Führungskraft die notwendige Grundlage für ihre Entscheidungen. Dies führt dazu, dass Entscheidungen schlechter vorbereitet sind und ihre Wirksamkeit abnimmt.
Ein weiterer Mechanismus ist die verzögerte oder unvollständige Umsetzung von Entscheidungen. Entscheidungen werden zwar formal akzeptiert, aber in der Praxis nicht konsequent umgesetzt. Dies kann geschehen, indem Aufgaben verzögert bearbeitet, anders priorisiert oder nur teilweise ausgeführt werden. Dadurch entsteht ein Unterschied zwischen der formalen Entscheidung und der tatsächlichen Umsetzung. Die Führungskraft verliert zunehmend die Kontrolle über operative Abläufe.
Auch die Einschränkung der Kommunikation spielt eine wichtige Rolle. Führungskräfte sind nicht nur auf formale Meetings angewiesen, sondern auch auf informelle Gespräche und den regelmäßigen Austausch mit ihrem Team. Wenn dieser Austausch eingeschränkt wird, erhält die Führungskraft kein vollständiges Bild der aktuellen Situation. Wichtige Informationen fehlen, und die Fähigkeit zur wirksamen Steuerung wird reduziert.
Besonders kritisch ist die schrittweise Schwächung der organisatorischen Akzeptanz der Führungskraft. Führung funktioniert nicht allein durch formale Autorität, sondern auch durch Vertrauen und Akzeptanz im Team. Wenn die Rolle der Führungskraft wiederholt infrage gestellt oder ihre Entscheidungen nicht ernst genommen werden, verliert sie an Einfluss. Dadurch wird ihre tatsächliche Wirksamkeit unabhängig von ihrer formalen Position deutlich eingeschränkt.
Diese Mechanismen lassen sich anhand ihrer strukturellen Wirkung differenzieren.
Die nachfolgende Übersicht zeigt die wichtigsten operativen Mechanismen, über die Upward Bullying in der Praxis wirkt, sowie deren strukturelle Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Führungskräften.
Mechanismus | Operative Ausprägung | Strukturelle Wirkung |
Informationskontrolle | Selektive Weitergabe oder Verzögerung von Informationen | Einschränkung der Entscheidungsfähigkeit |
Passive Resistenz | Verzögerte oder unvollständige Umsetzung von Entscheidungen | Reduzierte operative Steuerbarkeit |
Kommunikationsisolation | Ausschluss aus informellen Kommunikationsstrukturen | Eingeschränkte organisationale Wahrnehmung |
Legitimationsuntergrabung | Systematisches Infragestellen der Führungsrolle | Reduzierte organisationale Akzeptanz |
Wissenskontrolle | Zurückhalten kritischen Erfahrungswissens | Erhöhte strukturelle Abhängigkeit |
Tabelle 2: Operative Mechanismen und ihre Wirkung auf organisationale Führungswirksamkeit
Diese Mechanismen wirken nicht einzeln, sondern verstärken sich gegenseitig. Für sich betrachtet wirken einzelne Vorfälle oft unbedeutend oder harmlos. Ihre eigentliche Wirkung entsteht erst, wenn sie regelmäßig auftreten und miteinander kombiniert werden. Über einen längeren Zeitraum hinweg kann dies dazu führen, dass die Führungskraft ihre Rolle immer weniger wirksam ausüben kann und ihre organisatorische Handlungsfähigkeit deutlich eingeschränkt wird.
Upward Bullying manifestiert sich über indirekte operative Mechanismen wie Informationskontrolle, passive Resistenz und kommunikative Isolation. Diese Mechanismen reduzieren schrittweise die organisationale Wirksamkeit von Führungskräften. Ihre strukturelle Wirkung entsteht durch Kontinuität und Kombination und führt langfristig zu einer Destabilisierung der Führungsrolle und der gesamten Organisationsstruktur.
4. Auswirkungen auf Projekte, Organisationen und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit
Die Auswirkungen von Upward Bullying betreffen nicht nur einzelne Führungskräfte, sondern die gesamte Organisation. Wenn Führungskräfte in ihrer Rolle geschwächt werden, wirkt sich dies direkt auf die Leistungsfähigkeit, Stabilität und Effizienz von Projekten und Organisationseinheiten aus. Besonders in der Bau- und Immobilienwirtschaft, in der Projekte eine enge Abstimmung und klare Steuerung erfordern, können bereits kleinere Störungen der Führungsstruktur spürbare Folgen haben.
Eine der wichtigsten unmittelbaren Folgen ist die eingeschränkte Entscheidungsfähigkeit. Führungskräfte treffen Entscheidungen auf Grundlage unvollständiger, verzögerter oder verzerrter Informationen. Dadurch steigt das Risiko falscher oder weniger wirksamer Entscheidungen. Die Steuerung von Projekten wird schwieriger, und die Stabilität der Projektabläufe nimmt ab.
Ein weiterer kritischer Effekt sind Verzögerungen in Entscheidungsprozessen. Wenn Entscheidungen nicht konsequent umgesetzt oder wiederholt infrage gestellt werden, verlangsamt sich die Projektabwicklung. Diese Verzögerungen summieren sich im Zeitverlauf. Gerade in Bauprojekten können bereits kleine Verzögerungen erhebliche Auswirkungen auf Termine, Kosten und die gesamte Projektkoordination haben.
Auch die Effizienz der Organisation wird langfristig beeinträchtigt. Wenn Führungskräfte ihre Rolle nicht mehr vollständig wirksam ausüben können, entstehen informelle Entscheidungsstrukturen. Entscheidungen werden dann nicht mehr klar entlang definierter Verantwortlichkeiten getroffen, sondern verlagern sich in informelle Abstimmungen. Dadurch sinken Transparenz, Verlässlichkeit und Verantwortlichkeit innerhalb der Organisation.
Für die Unternehmensleitung äußert sich diese Entwicklung häufig zunächst indirekt. Projekte verlieren an Geschwindigkeit, Entscheidungen benötigen länger und die organisatorische Steuerbarkeit nimmt ab. Neue Führungskräfte erreichen nicht die erwartete Wirksamkeit, obwohl ihre fachliche Qualifikation unverändert ist. Gleichzeitig entstehen zunehmende Abweichungen zwischen formalen Verantwortlichkeiten und tatsächlicher operativer Steuerung.
Ein weiteres wichtiges Signal ist die zunehmende Verlagerung von Entscheidungen in informelle Strukturen. Entscheidungen werden nicht mehr entlang klar definierter Führungswege getroffen, sondern entstehen aus operativen Abhängigkeiten und informellen Abstimmungen. Dies reduziert die organisatorische Transparenz und erschwert eine verlässliche Steuerung von Projekten und Organisationseinheiten.
Wenn diese Entwicklungen nicht frühzeitig erkannt werden, kann dies langfristig zu einer strukturellen Schwächung der Führungsarchitektur führen. Die Organisation verliert schrittweise ihre Fähigkeit zur stabilen Steuerung komplexer Projekte und organisatorischer Prozesse.
Die Auswirkungen lassen sich entlang verschiedener organisationaler Ebenen differenzieren.
Die Auswirkungen von Upward Bullying lassen sich auf verschiedenen organisationalen Ebenen beobachten und führen zu messbaren operativen und wirtschaftlichen Konsequenzen.
Organisationsebene | Strukturelle Auswirkungen | Wirtschaftliche Konsequenzen |
Führungsebene | Einschränkung der Entscheidungsfähigkeit | Reduzierte Steuerungsqualität |
Projektebene | Verzögerte Entscheidungen und reduzierte Koordination | Erhöhte Projektkosten und Zeitverzögerungen |
Organisationsebene | Instabile Führungsstrukturen | Reduzierte organisationale Effizienz |
Strategische Ebene | Verlust organisationaler Steuerungsfähigkeit | Beeinträchtigte Wettbewerbsfähigkeit |
Tabelle 3: Auswirkungen von Upward Bullying auf unterschiedlichen Organisationsebenen
Langfristig kann Upward Bullying zu einem strukturellen Verlust organisationaler Leistungsfähigkeit führen. Organisationen verlieren ihre Fähigkeit, Projekte effizient zu steuern und strategische Ziele umzusetzen. Dies wirkt sich direkt auf ihre wirtschaftliche Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit aus.
Upward Bullying hat direkte und messbare Auswirkungen auf Projekte, Organisationen und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Es reduziert Entscheidungsqualität, verzögert Projekte und destabilisiert organisationale Strukturen. Langfristig gefährdet es die strategische Handlungsfähigkeit und wirtschaftliche Stabilität der Organisation.
5. Frühindikatoren und Diagnose struktureller Destabilisierung
Die frühzeitige Erkennung von Upward Bullying ist entscheidend, um Schäden für Projekte und Organisationen zu vermeiden. Eine große Herausforderung besteht darin, dass die Destabilisierung von Führungskräften selten offen sichtbar ist. Stattdessen entwickelt sich der Prozess schrittweise und bleibt oft lange unbemerkt. Häufig wird er erst erkannt, wenn die Auswirkungen bereits deutlich spürbar sind. Deshalb ist es wichtig, typische Frühwarnsignale zu kennen und rechtzeitig zu reagieren.
Ein zentrales Frühwarnsignal ist der Unterschied zwischen getroffenen Entscheidungen und ihrer tatsächlichen Umsetzung. Führungskräfte treffen Entscheidungen, die jedoch verzögert, nur teilweise oder gar nicht umgesetzt werden. Dies zeigt, dass die formale Autorität der Führungskraft nicht mehr vollständig wirksam ist. Die Führungskraft hat zwar die Verantwortung, kann ihre Entscheidungen aber nicht mehr zuverlässig durchsetzen.
Ein weiteres wichtiges Anzeichen ist eine Veränderung im Informationsfluss. Führungskräfte sind darauf angewiesen, vollständige und aktuelle Informationen zu erhalten. Wenn Informationen jedoch verspätet, unvollständig oder nur selektiv weitergegeben werden, wird ihre Fähigkeit zur Steuerung eingeschränkt. Diese Entwicklung erfolgt oft schrittweise und ist deshalb nicht sofort erkennbar.
Auch Veränderungen in der Kommunikation sind ein wichtiger Hinweis. Führungskräfte sind auf den regelmäßigen Austausch mit ihrem Team angewiesen, sowohl in formalen Meetings als auch in informellen Gesprächen. Wenn dieser Austausch seltener wird oder wichtige Informationen nicht mehr weitergegeben werden, verliert die Führungskraft den Überblick über die tatsächliche Situation. Dadurch wird ihre Rolle innerhalb der Organisation geschwächt.
Ein besonders deutliches Warnsignal ist eine zunehmende Unklarheit bei Verantwortlichkeiten und Abläufen. Entscheidungen werden unterschiedlich interpretiert, Zuständigkeiten sind nicht mehr eindeutig und Prozesse verlaufen weniger strukturiert. Dies zeigt, dass die Führungsstruktur an Stabilität verliert und die organisatorische Steuerung zunehmend erschwert wird.
Für Führungskräfte selbst ist die frühzeitige Erkennung dieser Entwicklung von besonderer Bedeutung. Ein zentrales Anzeichen ist der zunehmende Verlust operativer Wirksamkeit trotz unveränderter formaler Verantwortung. Entscheidungen werden zwar getroffen, aber nicht konsequent umgesetzt oder verlieren ihre Wirkung im operativen Alltag. Gleichzeitig nimmt die Transparenz über Abläufe und Entwicklungen ab, da Informationen verspätet, unvollständig oder gar nicht bereitgestellt werden.
Ein weiteres typisches Signal ist die schrittweise Einschränkung der organisatorischen Steuerungsfähigkeit. Führungskräfte stellen fest, dass Abstimmungen schwieriger werden, Entscheidungen wiederholt hinterfragt oder verzögert umgesetzt werden und die tatsächliche Kontrolle über Prozesse abnimmt. Diese Entwicklung erfolgt häufig schrittweise und kann daher zunächst als normale organisatorische Reibung interpretiert werden.
Entscheidend ist die Kontinuität dieser Muster. Wenn sich operative Einflussmöglichkeiten, Informationszugang und Umsetzungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum hinweg messbar reduzieren, deutet dies nicht auf ein individuelles Führungsproblem hin, sondern auf eine strukturelle Destabilisierung der Führungsrolle. Eine frühzeitige strukturelle Einordnung ist in dieser Phase entscheidend, um geeignete organisatorische Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Zur systematischen Diagnose ist eine strukturierte Betrachtung der wichtigsten Frühindikatoren erforderlich.
Die folgenden strukturellen Frühindikatoren helfen Organisationen und Führungskräften, eine beginnende oder bestehende Destabilisierung von Führungsrollen frühzeitig zu erkennen.
Frühindikator | Organisatorische Ausprägung | Strukturelle Bedeutung |
Verzögerte Entscheidungsumsetzung | Entscheidungen werden operativ verzögert oder unvollständig umgesetzt | Reduzierte operative Wirksamkeit der Führung |
Fragmentierte Informationsflüsse | Informationen erreichen die Führungskraft unvollständig oder verspätet | Einschränkung der Entscheidungsfähigkeit |
Kommunikations-veränderungen | Reduzierte Einbindung in formale und informelle Kommunikationsprozesse | Geringere organisationale Integration |
Operative Inkonsistenz | Unterschiedliche Interpretationen organisatorischer Entscheidungen | Verlust struktureller Steuerbarkeit |
Zunehmende informelle Entscheidungsstrukturen | Entscheidungen verlagern sich in informelle Netzwerke | Schwächung formaler Führungsstrukturen |
Tabelle 4: Zentrale Frühindikatoren struktureller Destabilisierung von Führungskräften
Für Organisationen ist es wichtig, diese Anzeichen nicht einzeln zu betrachten, sondern im Gesamtzusammenhang zu bewerten. Einzelne Auffälligkeiten können verschiedene Ursachen haben und müssen nicht automatisch auf ein strukturelles Problem hinweisen. Erst wenn mehrere dieser Anzeichen gleichzeitig auftreten und über einen längeren Zeitraum bestehen, deutet dies auf eine mögliche Destabilisierung der Führungsstruktur hin.
Upward Bullying erkennen:Frühindikatoren für Unternehmen und FührungskräfteDie frühzeitige Erkennung struktureller Destabilisierungsprozesse ist entscheidend für die Sicherung stabiler Führungsstrukturen. Die folgenden Anzeichen können auf eine beginnende oder bestehende strukturelle Schwächung der Führungsrolle hinweisen: Frühindikatoren aus Sicht der Führungskraft:
Frühindikatoren aus Sicht der Unternehmensleitung:
Treten mehrere dieser Anzeichen gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum hinweg auf, deutet dies auf eine strukturelle Destabilisierung der Führungsarchitektur hin. Eine frühzeitige strukturelle Analyse und gezielte organisatorische Maßnahmen sind in dieser Phase entscheidend, um die Stabilität von Führung und Organisation nachhaltig zu sichern. |
Um solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, benötigen Organisationen klare und verlässliche Strukturen. Dazu gehören regelmäßige Feedbackprozesse, transparente Entscheidungswege und klar definierte Verantwortlichkeiten. Organisationen, die über solche strukturellen Rahmenbedingungen verfügen, können Probleme frühzeitig erkennen und gezielt gegensteuern, bevor größere Schäden für Projekte oder die Organisation entstehen.
Die frühzeitige Identifikation von Upward Bullying basiert auf der Analyse struktureller Frühindikatoren wie verzögerter Entscheidungsumsetzung, fragmentierter Informationsflüsse und operativer Inkonsistenz. Diese Indikatoren weisen auf eine Diskrepanz zwischen formaler Autorität und tatsächlicher organisationaler Wirksamkeit hin. Organisationen, die diese strukturellen Signale systematisch beobachten und analysieren, können Destabilisierungsprozesse frühzeitig erkennen und ihre Führungsstabilität nachhaltig sichern.
6. Strategische Prävention durch Organisationsdesign und Führungsarchitektur
Um Upward Bullying wirksam zu verhindern, sind vor allem strukturelle Maßnahmen innerhalb des Unternehmens notwendig. Persönliche Stärke oder Widerstandsfähigkeit einer Führungskraft allein reichen nicht aus, wenn die organisatorischen Rahmenbedingungen nicht stabil sind. Entscheidend ist, dass das Unternehmen klare Prozesse, Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen schafft, damit Führung wirksam arbeiten kann. Nur wenn Führungsrollen strukturell abgesichert sind, können Entscheidungen zuverlässig umgesetzt und Projekte stabil gesteuert werden.
Ein wichtiger Ansatz ist die Reduzierung von Abhängigkeiten von einzelnen Personen. In vielen Unternehmen hängt der Arbeitsablauf stark vom Wissen einzelner Mitarbeitender ab. Wenn dieses Wissen nicht dokumentiert ist, entsteht eine strukturelle Abhängigkeit. Durch die systematische Dokumentation von Wissen, klare Prozesse und den geregelten Zugang zu wichtigen Informationen kann diese Abhängigkeit deutlich reduziert werden. Dadurch wird die Führungsrolle stabiler und weniger anfällig für Einflussnahme.
Ebenso wichtig sind klare und transparente Entscheidungsstrukturen. Führung darf nicht nur von der einzelnen Person abhängen, sondern muss organisatorisch abgesichert sein. Klare Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Entscheidungswege und definierte Eskalationsprozesse sorgen dafür, dass Entscheidungen zuverlässig umgesetzt werden können. Dies stärkt die Position der Führungskraft und erhöht die strukturelle Stabilität innerhalb des Unternehmens.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die strukturierte Integration neuer Führungskräfte. Die erste Phase nach der Übernahme einer Führungsrolle ist besonders sensibel. In dieser Zeit müssen Führungskräfte die Organisation, ihre Teams und die bestehenden Abläufe kennenlernen. Organisationen sollten diesen Prozess aktiv unterstützen, zum Beispiel durch strukturierte Übergaben, klare Kommunikation und organisatorische Begleitung. Dies erleichtert die Integration und stärkt die Führungsrolle von Anfang an.
Darüber hinaus spielen klare organisatorische Kontroll- und Feedbackstrukturen eine wichtige Rolle. Regelmäßige Feedbackprozesse, transparente Kommunikationswege und klar definierte Verantwortlichkeiten erhöhen die Transparenz innerhalb der Organisation. Dadurch können Probleme frühzeitig erkannt und gezielt adressiert werden.
Besonders in der Bau- und Immobilienwirtschaft ist die strukturelle Absicherung von Führung von zentraler Bedeutung. Projekte sind oft zeitlich begrenzt und organisatorisch komplex. Führungskräfte müssen sich schnell in bestehende Strukturen integrieren und gleichzeitig Projekte sicher steuern. Klare organisatorische Rahmenbedingungen sind daher entscheidend, um die Stabilität der Führungsrolle und den Projekterfolg langfristig zu sichern.
Die wirksame Prävention von Upward Bullying erfordert strukturelle organisatorische Maßnahmen. Individuelle Führungsstärke allein ist nicht ausreichend. Entscheidend sind transparente Entscheidungsstrukturen, institutionalisierte Governance, reduzierte Wissensasymmetrien und strukturierte Integrationsprozesse für Führungskräfte. Organisationen, die diese strukturellen Voraussetzungen schaffen, erhöhen ihre organisationale Stabilität und sichern ihre langfristige Leistungsfähigkeit.
7. Fazit und strategische Handlungsempfehlungen für die Bau- und Immobilienwirtschaft
Upward Bullying ist kein isoliertes zwischenmenschliches Problem, sondern ein strukturelles Risiko für Unternehmen mit direkten wirtschaftlichen und operativen Auswirkungen. Es entsteht vor allem dort, wo die formale Autorität einer Führungskraft nicht durch klare Strukturen, stabile Prozesse und organisatorische Unterstützung abgesichert ist. Die tatsächliche Wirksamkeit von Führung hängt daher nicht allein von der Position ab, sondern davon, ob das Unternehmen geeignete Rahmenbedingungen schafft, damit Führung ihre Rolle wirksam ausüben kann.
Gerade in der Bau- und Immobilienwirtschaft ist diese strukturelle Dimension besonders relevant. Projekte sind häufig zeitlich begrenzt organisiert, Führungsrollen wechseln und die operative Komplexität ist hoch. Führungskräfte sind in diesem Umfeld stark auf funktionierende Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und verlässliche Prozesse angewiesen. Wenn diese Voraussetzungen fehlen, entsteht eine strukturelle Unsicherheit, die die Stabilität von Projekten und die Leistungsfähigkeit der Organisation erheblich beeinträchtigen kann.
Unternehmen müssen daher erkennen, dass stabile Führung nicht allein von der individuellen Kompetenz einer Führungskraft abhängt. Entscheidend ist vielmehr, dass Führung durch klare Prozesse, definierte Verantwortlichkeiten und transparente organisatorische Strukturen unterstützt wird. Nur wenn diese strukturellen Voraussetzungen gegeben sind, können Führungskräfte ihre Rolle wirksam ausüben und Projekte sowie Organisationseinheiten zuverlässig steuern.
Für mittelständische Unternehmen und projektbasierte Organisationen ergeben sich daraus konkrete strategische Handlungsfelder:
Klare und institutionalisierte Entscheidungsstrukturen schaffen
Organisationen müssen sicherstellen, dass Entscheidungsbefugnisse, Verantwortlichkeiten und Eskalationswege eindeutig definiert und strukturell abgesichert sind. Führung darf nicht ausschließlich auf informeller Akzeptanz beruhen, sondern muss organisatorisch verankert sein. Transparente Entscheidungsstrukturen erhöhen die Stabilität von Führungsrollen und reduzieren die strukturelle Wirksamkeit informeller Destabilisierungsmechanismen.
Strukturelle Abhängigkeiten von implizitem Wissen systematisch reduzieren
Die organisationale Funktionsfähigkeit darf nicht von einzelnen Wissensträgern abhängig sein. Kritisches Wissen muss dokumentiert, zugänglich und institutionell gesichert werden. Dies reduziert strukturelle Verwundbarkeit und erhöht die organisationale Unabhängigkeit von individuellen Einflussstrukturen. Gleichzeitig wird die strukturelle Integrationsfähigkeit neuer Führungskräfte verbessert.
Führungswechsel strukturiert begleiten und organisatorisch absichern
Die Übernahme einer Führungsrolle stellt eine strukturell kritische Phase dar. Organisationen sollten diesen Prozess aktiv gestalten und institutionell begleiten. Strukturierte Übergaben, klare Kommunikationsformate und organisatorische Unterstützung erhöhen die organisationale Integration neuer Führungskräfte und reduzieren ihre strukturelle Verwundbarkeit in der frühen Phase ihrer Tätigkeit.
Governance-Strukturen und organisationale Kontrollmechanismen stärken
Organisationen benötigen institutionalisierte Feedbackmechanismen, transparente Kommunikationsstrukturen und klar definierte organisatorische Verantwortlichkeiten. Diese Strukturen erhöhen die organisationale Transparenz und ermöglichen eine frühzeitige Identifikation struktureller Destabilisierungsprozesse. Gleichzeitig stärken sie die organisationale Stabilität und die langfristige Wirksamkeit von Führungsrollen.
Führung als strukturelles Element der Organisationsarchitektur verstehen und gestalten
Führung ist nicht ausschließlich eine individuelle Fähigkeit, sondern ein strukturelles Organisationsmerkmal. Organisationen müssen ihre Führungsarchitektur bewusst gestalten und institutionell absichern. Dies umfasst klare Rollenstrukturen, transparente Entscheidungsprozesse und eine systematische Integration von Führung in die organisationale Gesamtstruktur.
Langfristig zeigt sich, dass die strukturelle Stabilität von Führung ein zentraler Faktor für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und strategische Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen ist. Unternehmen, die ihre organisatorischen Strukturen bewusst gestalten und institutionell stabilisieren, erhöhen ihre Fähigkeit, komplexe Projekte effizient zu steuern und strategische Ziele nachhaltig zu erreichen.
Upward Bullying verdeutlicht, dass organisationale Stabilität nicht ausschließlich von individuellen Akteuren abhängt, sondern das Ergebnis struktureller Gestaltung ist. Organisationen, die diese strukturelle Perspektive konsequent berücksichtigen, schaffen die Grundlage für stabile Führungsstrukturen, leistungsfähige Projekte und eine langfristig resiliente und leistungsfähige Organisation.
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